Mittwoch, 14. März 2018

Rezension: "Tod am Deich" (Kripo Greetsiel ermittelt 1) von Ulrike Busch

Daten zum Buch:
erschienen am: 3. März 2017
Verlag: Klarant
ISBN: 9783955735852
200 Seiten
Preis: 11,99 € (TB)
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Zum Inhalt:
Kommissar Tammo Anders erhält Verstärkung. Die attraktive Profilerin Fenna Stern soll zukünftig das Ermittlerteam im beschaulichen Greetsiel verstärken. Und noch bevor die neue Kollegin sich vorstellen kann, gibt es auch schon den ersten Mordfall. Denn ausgerechnet Tammo stolpert beim Spaziergang am Greetsieler Deich über die Leiche des bekannten Teehändlers Folkert Petersen.

Zeitgleich wird der zwielichtige Enno Duwe wieder im Dorf gesichtet. Dieser war vor 25 Jahren zusammen mit Tina Petersen, der Tochter des Toten, verschwunden. So ziemlich jeder Einwohner Greetsiels ist schlecht auf Enno zu sprechen, und auch Tammo hegt einen persönlichen Groll gegen den Hauptverdächtigen.

Meine Meinung:
Ulrike Busch hat ein Faible für die friesischen Inseln und veröffentlicht neben der „Kripo Greetsiel“-Reihe, die in Ostfriesland angesiedelt ist, auch noch eine weitere Krimireihe, die "Kripo Wattenmeer", die in Nordfriesland spielt. 

Ich hatte vor Kurzem direkt mit dem dritten Band „Mordsleben“ angefangen. In diesem Band (Achtung, Spoiler!) sind die beiden Kommissare Tammo Anders und Fenna Stern seit Kurzem ein Liebespaar, und der aktuelle Fall wurde für mich ein bisschen davon überschattet, dass Tammo eigentlich keinen rechten Bock auf seine Arbeit hat und lieber Zeit mit seiner Freundin verbringen will. Deshalb wollte ich die Kommissare besser und vor allem von Anfang an kennenlernen und beschloss, die Reihe von vorne zu beginnen. Die Bände sind aber natürlich unabhängig voneinander lesbar und in sich abgeschlossen. 

Leider hat sich mein erster Eindruck von Tammo (noch) nicht geändert. Ich finde ihn unsympathisch, er ist mir zu launisch und unmotiviert. Ja, er hat schon das Herz am rechten Fleck, und gegenüber Fenna reißt er sich auch meist am Riemen. Und in diesem Fall hat er auch wirklich Gründe für seine Abneigung gegenüber dem Hauptverdächtigen Enno Duwe. Aber als Kommissar finde ich ihn eher nervig. Da ist mir Fenna schon viel sympathischer.

Dies ist nun insgesamt der fünfte Krimi, den ich von dieser Autorin lese, und von daher kann ich mich nur wiederholen: Ich mag ihren Schreibstil sehr. Er lässt sich flüssig lesen, ist lebendig, kurzweilig und fängt den Charme Norddeutschlands gut ein. 

Die Kriminalfälle haben meist ein hohes Aufgebot an Figuren (Verdächtige, Opfer, Zeugen), und selbst die kleinsten Nebenrollen werden liebevoll ausgearbeitet. Blut und Action sind hier Mangelware, dafür steht die Ermittlungsarbeit im Vordergrund. Durch ständig wechselnde Perspektiven erhält der Leser nach und nach neue Teile für das Krimi-Puzzle. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht der typische Krimileser bin, aber mir fällt es bei Buschs Fällen tatsächlich immer schwer, den wahren Täter ausfindig zu machen. Dafür bietet sie zu viele potentielle Täter und Motive. Und das ist ja das Spannende an der Sache. Und auch in "Tod am Deich" ist es mir wieder passiert, dass ich am Schluss mal so ziemlich jeden verdächtigt habe und mir bis zur Aufklärung immer noch nicht sicher war. 

Was mir bei jedem ihrer Krimis auffällt: Ulrike Busch scheint über einen unendlichen Fundus an norddeutschen Namen für ihre Figuren zu verfügen, die ich vorher noch nie gehört habe. Und sie macht mir immer wieder Lust darauf, doch mal einen Urlaub auf den friesischen Inseln zu verbringen. Hoffentlich stolpere ich aber dabei nicht über eine Leiche…

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an Ulrike Busch für dieses Rezensionsexemplar!

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