Sonntag, 31. Januar 2016

Rezension: "Die sieben Tode des Max Leif. Ein Hypochonder-Roman" von Juliane Käppler

Daten zum Buch:
erschienen am: 11. Januar 2016
Verlag: Knaur TB
ISBN: 9783426517253
366 Seiten
Preis: 14,99 € (SC)
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Zum Inhalt:
Der 41jährige Max Leif hatte alles. Sein Musiklabel hat ihn zum Millionär gemacht, seine attraktive Freundin Claudia ist die Sängerin einer berühmten Band, und sein Adressbuch ist voller Kontakte. Doch dann überlebt Max nur knapp einen Herzinfarkt und erwischt Claudia mit dem Gärtner im Beet. Und als sein bester Freund Paul völlig unerwartet an einer Thrombose stirbt, weiß Max genau: Er ist bestimmt der Nächste!

Max verkauft sein Musiklabel, um die letzten Monate noch in Ruhe genießen zu können. Das Unwohlsein nach einem Afrika-Urlaub ist bestimmt die Tsetse-Seuche. Und falls ihn das nicht zur Strecke bringt, dann eben der HI-Virus, den er sich bei den zahlreichen One Night-Stands dort geholt haben muss!

Doch weder seine russische Putzfrau Jekaterina noch Pauls - und jetzt Max' - Dobermann Hannibal haben Verständnis für seine Panikattacken. Ebenso wenig die von ihm fortan ständig heimgesuchte Dr. Bärbeißer, und schon gar nicht die launische Barista Maja, die Max seinen täglichen Kaffee serviert.

Und neben seinen körperlichen Leiden und dem mangelnden Mitgefühl seiner Umwelt plagt Max außerdem noch ein Geheimnis, das er keinem anvertrauen kann...

Meine Meinung:
Die Geschichte wird aus Max' Sicht erzählt, und er war mir von Anfang an sympathisch. Obwohl er ein Selfmade-Millionär ist, der bislang auf der Überholspur lebte, ist er hilfsbereit, großzügig und sensibel. Um seinen Freund Paul trauert er sehr, er lässt sich von seiner frechen Putzfrau allerlei Sprüche gefallen und kümmert sich um Pauls Doberman Hannibal, obwohl dieser ihm ständig - wortwörtlich - ans Bein pinkelt. Der Protagonist macht im Laufe der Geschichte eine große Wandlung durch, und es macht Spaß, dies mitzuerleben.

Wirklich lustig ist es immer, wenn es zum Schlagabtausch zwischen Max und Dr. Bärbeißer kommt, die vielleicht nicht sonderlich herzlich wirkende, jedoch patente und kompetente Ärztin, welche sich sich mit Max' Eigendiagnosen herumschlagen muss. Auch Putzfrau Jekaterina Poljakow sorgt mit ihren Kommentaren zu Max' Lebensstil für Erheiterung. Und den etwas verrückten Hund Hannibal hätte ich am liebsten vom Fleck weg adoptiert.

Die nachdenklichsten Szenen spielen sich vor allem zwischen Max und Maja ab. Letztere hat selbst einen schweren Unfall überlebt und kein Verständnis für seine Jammereien. Sah Max in Maja bislang nur die mürrische Frau, die ihm seinen täglichen Kaffee zubereitet, so entwickelt sich aus dieser "geschäftlichen Verbindung" langsam eine tiefe Freundschaft.

Ich mochte den Schreibstil sehr, er ist flüssig zu lesen und gespickt mit Humor. Dabei driftet das Buch trotz der Steilvorlage nie ins Alberne ab. Die Autorin versteht es, den Leser zu fesseln, und ich habe den Roman wirklich ungern aus der Hand gelegt. Die Sprache ist sehr lebendig, und das ein oder andere Mal habe ich mich dabei erwischt, wie ich mir einbildete, Max' Symptome ebenfalls langsam zu spüren. ;-)

Der Klappentext versprach mir eine schräge und amüsante Geschichte über einen Mann, der sich von einer eingebildeten Krankheit in die nächste katapultiert. Hier wurde nicht zu viel versprochen, eher im Gegenteil! Ich war doch ziemlich überrascht, dass dieser "Hypochonder-Roman" noch so vieles mehr ist. Hier geht es nicht nur um die Erkenntnis, dass man besser zu einem kompetenen Arzt gehen sollte, statt Dr. Google zu fragen. Es geht um Entschleunigung, um Reflektion, was man eigentlich mit seinem Leben anstellen will, was einem gut tut, was man wirklich braucht. Es geht um Freundschaft, Liebe, Schuld und Sühne. Max' Odyssee durch die Welt der Krankheiten ist nicht nur unterhaltsam, sondern macht auch nachdenklich.

Das Buch ist komplett abgeschlossen, die Autorin plant jedoch eine Fortsetzung von Max Leif. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und werde mir den Folgeband garantiert auch besorgen. "Die sieben Tode des Max Leif" war mein erstes Buch von Juliane Käppler, aber sicherlich nicht mein letztes!

5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an den Knaur-Verlag für dieses Rezensionsexemplar und an Juliane Käppler für die tolle Betreuung der LovelyBooks-Leserunde!

Kommentare:

  1. Hört sich witzig an, wäre auch was für mich :)
    Ist die Frau mit dem Gärtner im Beet, wie du geschrieben hast, oder im Bett? Oder beides? ;-)

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