Sonntag, 21. Mai 2017

Neuzugänge

In den letzten Wochen haben es wieder ein paar obdachlose Bücher in mein Bücher-Heim geschafft. Bei mir wird ja niemand vor der Tür abgewiesen!!! Ja, bitte nennt mich die Mutter Teresa der Bücher!

Rezensionsexemplare


- Patricia B. McConnell, "Will sei Dank": Ich liebe Hunde, und da habe ich mich spontan für dieses schöne Buch vom Kynos-Verlag bei "Blogg dein Buch" beworben.

- Jürgen Seibold, "Zwei Likes für Lena": Dieses als Komödie beworbene Buch habe ich im Rahmen einer vom Autor betreuten Leserunde auf LovelyBooks erhalten. Meine aktuelle Lektüre, bislang weiß ich noch nicht, wie ich es finden soll. 


Gekauft


- Laura Schroff, "Immer montags beste Freunde": Diese Autobiographie über eine ungewöhnliche Freundschaft hatte ich schon länger im Visier und habe deshalb im "Oxfam-Shop" für 3,50 € zugeschlagen. 

- Daniela Widmer & David Och, "Und morgen seid ihr tot": Ein Schweizer Paar, das auf seiner Reise entlang der Seidenstraße von den Taliban entführt wurde. Solche Berichte finde ich immer sehr interessant. Im 1 Euro-Shop gefunden und sofort mitgenommen.

- Souvenirbroschüre "Erleben Sie den Tower of London": Ich war ja vor einer Woche in London und habe dort auch den tollen Tower of London besucht. Und da ich zu faul war, mir die ganzen Infotafeln durchzulesen, wollte ich mir was mitnehmen, wo ich alles in Ruhe nachlesen kann. :-)

- Stephan Lucas & Alexander Stevens, "Garantiert nicht strafbar": Ich bitte euch - wer kann denn bei einem Ratgeber, was man so alles entlang der Grenze zur Illegalität treiben kann, widerstehen? ;-) Und dann ist das Buch auch noch von beiden Autoren signiert! Da fällt mir auf, dass ich es gar nicht gekauft, sondern ertauscht habe. Mist... Denkt es auch also bitte in die nächste Rubrik. :-D

- Mike Maurus & Ulrich Bader, "Sharon Holmes, Band 1 & 2": Diese beiden Jugendbücher habe ich auch im 1 Euro-Shop gefunden und spontan mitgenommen. Da mein Neffe noch zu jung dafür ist, werde ich sie erstmal "vorkosten". ;-)


Ertauscht

 

- Stella Bettermann, "Ich mach Party mit Sirtaki": Griechenland finde ich ja eh toll, und außerdem kenne ich bereits den Vorgänger "Ich trink Ouzo, was trinkst du so?", der mir gut gefallen hat. Mitgenommen im Tauschregal um die Ecke, als ich ein Buch eingestellt habe. (Ja, so wird das nie was mit der Beseitigung unseres Platzproblems...) 

Das war's auch schon. So viel war das ja diesmal gar nicht, ne? :-)

Dienstag, 16. Mai 2017

Rezension: "Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint" von Bernhard Blöchl

Daten zum Buch:
erschienen am: 01.03.2017
Verlag: Piper
ISBN: 9783492060752
272 Seiten
Preis: 14,00 € (SC)
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Zum Inhalt:
Er will nichts mehr vom Leben – sie will alles. Knoppke sucht Ruhe – Sam sucht Gesellschaft. Gemeinsam verschlägt es das ungleiche Duo in Knoppkes Transit nach Schottland, sein Motto: Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint. Was aber, wenn dich gerade dort das Glück verfolgt, das sonst nur die anderen haben? Das Glück der anderen ist ein Arschloch, so dachte Knoppke früher, nachdem er um seine große Liebe nicht gekämpft hatte. Zu seinen vergrabenen Gefühlen findet er ausgerechnet in den stürmischen Highlands zurück: Er traut sich Extremes und will wieder was. Und dann ist da noch Sams Geheimnis, das anscheinend auch ihn betrifft, oder vielleicht doch nicht?
(Klappentext)

Meine Meinung:
Der Titel ist zwar nicht kurz, aber dafür prägnant und witzig. Und Humor kann man hier auch erwarten. Meist bleibt er subtil, auch wenn die ein oder andere etwas albern anmutende Szene nicht fehlen darf. Anhand des Klappentextes erwartet man einen Road Trip zweier völlig unterschiedlicher Charaktere, und auch das trifft zu. Wobei ich sagen würde, dass es kein typischer Road Trip ist. Hier mangelt es an Action, aber das wäre auch einfach nicht passend bei dieser Geschichte. Während der Leser mit Knoppke und Sam durch Schottland fährt, findet das eigentliche Abenteuer in Knoppkes Innenleben sowie in seiner Interaktion mit Sam statt.

Auf den ersten paar Seiten tat ich mir noch etwas schwer mit dem Schreibstil, der sich durch teils längere, verschachtelte Sätze kennzeichnet. Ich kam dann aber doch recht schnell rein. Der Autor schreibt sehr eloquent und unaufgeregt und verleiht seinen Figuren Tiefe. 

Knoppke ist anfänglich ein sehr anstrengender Charakter, da er keine Emotionen hat bzw. nichts an sich heranlässt. Er ist mundfaul, resigniert, wirkt grau, trist und unendlich langweilig. Man möchte ihn am liebsten schütteln und schreien "Mensch Knoppke, so kannst du doch nicht ernsthaft weiterleben wollen!"

Sam bildet den starken Gegenpol dazu. Frech, witzig, lebenshungrig und kontaktfreudig. Ihre Ausdrucksweise sorgt für viele Schmunzler. Klar, dass solche unterschiedlichen Protagonisten für Reibung sorgen. Man fragt sich, wie es die beiden so lange miteinander aushalten, doch dem Leser ist recht schnell klar, wieso Sam ausgerechnet bei Knoppke im Wagen landet. Und letztendlich tun sich die beiden doch gut.

Die Protagonisten machen eine starke Entwicklung durch, allen voran Knoppke. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass dieser eine echte Katharsis durchlebt. Da die Geschichte aus Knoppkes Sicht geschrieben ist, kann man als Leser gut nachvollziehen, wie er sich verändert. Man spürt anfänglich diese Trostlosigkeit und Emotionsleere und ist richtig erstaunt, als er plötzlich anfängt, Gefühle zu entwickeln und sich für Dinge zu begeistern.

Das Ende ist zufriedenstellend und lässt sogar Luft für eine Fortsetzung, wobei ich eher denke, dass Knoppkes Geschichte hier zu Ende erzählt wurde. Aber der Leser kann sich selbst Gedanken machen, welchen weiteren Werdegang er ihm (und Sam) wünscht.

Mich hat "Im Regen..." wirklich gut unterhalten, auch wenn es die ein oder andere langatmige Stelle gab. Die Balance zwischen Humor und Tiefgründigkeit ist dem Autor gelungen. Die Charaktere waren sympathisch und ungewöhnlich, und es hat Spaß gemacht, mit ihnen durch Schottland zu reisen.

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an den Piper-Verlag für das Rezensionsexemplar sowie an den Autor für die intensive Begleitung der Leserunde auf LovelyBooks!

Montag, 1. Mai 2017

Ankündigung: Die grosse Facebook-Romancewoche für Fans von Liebesromanen, Schnulzen und Chicklit (22.-28. Mai 2017).


Ich bin schon janz uffjerächt :), denn ich nehme in ein paar Wochen zum ersten Mal an einer Themenwoche teil. Nach der Fantasy- und Krimiwoche organisiert die Marketingagentur "mainwunder" in Zusammenarbeit mit ihren Buchbloggern eine Romancewoche auf Facebook, die ganz im Zeichen von Liebe und Leidenschaft steht.

Es wird Live-Lesungen, Autoren- und Protagonisteninterviews geben und vieles mehr. Und natürlich gibt es auch was zu gewinnen!

In der Woche vom 22.-28. Mai stellen wir euch folgende Autorinnen und deren Werke vor:

Poppy J. Anderson +++ Jo Berger +++ Rose Bloom +++ Virginia Fox +++ Martina Gercke +++ Jutie Getzler +++ Josie Kju +++ Kim Leopold +++ Kristina Moninger +++ Emma S. Rose +++ Annie Stone +++ Violet Truelove/Ava Innings +++ Aurelia Velten +++ Emma Wagner +++ Mela Wagner

Ich stelle euch am 28. Mai - zusammen mit Lara von "Lissianna schreibt" - Kristina Moningers Buch "Nur eine Ewigkeit mit dir" vor.

Wenn ihr dabei sein wollt, dann sichert euch hier euer kostenloses Leserticket auf der Homepage, das euch Zugang zur Aktion verschafft. Ich würde mich freuen, wenn ihr bei mir und den anderen Bloggern vorbeischaut! :-)

Freitag, 28. April 2017

Neuzugänge

Bücher, Bücher, hunderttausend Büüüüüücher! *sing*

Hier sind sie:

Rezensionsexemplare


- Jana Herbst, "Der Agent, meine Tochter & Ich": Die Autorin hat mich gefragt, ob ich gerne diesen Liebesroman mit Agent lesen möchte. Und ja, ich möchte. :-) 

- Philipp Stampe, "What the fuck...??!": Dieses lustige Bilderrätselbuch habe ich über "Blogg dein Buch" erhalten und hier rezensiert.

- Bernhard Blöchl, "Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint": Schon allein der Titel klingt vielversprechend, oder? ;-) Dieses Road-Movie mit zwei ungleichen Protagonisten lese ich gerade im Rahmen einer Leserunde auf LovelyBooks.


Dankeschön vom Crowdfunding-Projekt "We refuse to be enemies"

 

- "We refuse to be enemies": Ich treibe mich manchmal auf der Crowdfunding-Seite "Startnext" herum, unnd da bin ich über dieses Buchprojekt gestolpert, das ich persönlich unterstützenswert fand. Der Bildband dokumentiert die Geschichte einer christlichen Familie im besetzten Palästina.


Gekauft


- "50 Klassiker: Frauen": Ich mag diese "50 Klassiker"-Bände und habe diesen hier im Rahmen einer größeren Rebuy-Bestellung (für meinen Neffen, dem ich so nach und nach die "Was ist was"-Bände zusammensammeln möchte) mitbestellt für 69 Cent. Bei dem Preis kann man ja nicht viel falsch machen.

- Langenscheidt, "Praktische Grammatik Italienisch": Der Euro-Shop hat diese Woche eine große Bücher-Aktion gehabt, wo er viele tolle Bücher rausgehauen hat. Die meisten waren für Kinder, also habe ich meinem Neffen haufenweise Bücher gekauft, aber ich habe auch was für mich gefunden, und zwar dieses Italiensch-Grammatikbuch. Ich habe eine Zeitlang Italienisch gelernt und möchte das unbedingt bald wieder auffrischen. 

- Clemens Dreyer, "Touristisch für Anfänger": Ebenfalls aus dem Euro-Shop. Ein auf den ersten Blick recht witziges Buch über die Tücken der Verreisens. Da ich gerne in Urlaub fahre, werde ich es mir mal zu Gemüte führen, vielleicht kann ich ja noch was lernen.

- Langenscheidt, "Zertifikatswortschatz Französisch A1": Auch aus dem Euro-Shop. Französisch hab ich auch mal in der Schule gehabt und würde es gerne mal wieder aufmöbeln. Also könnte dieses Buch ja mal nützlich sein, wenn ich endlich den Arsch hochkriege. ;-)

- Fahim Mohammed & Xavier Parmentier, "Spiel um dein Leben, Fahim!": Ich mag interessante Biopgraphien. Fahim ist ein achtjähriger Flüchtling aus Bangladesch, dessen Schachtalent in Frankreich entdeckt wird. Stand schon länger auf meiner Liste, bei Rebuy bestellt für 1,99 €.

- A.J. Jacobs, "Saufit": Der Autor war mit 40 kurzatmig, moppelig, ständig erkältet und ein bisschen depri - diese Beschreibung könnte teilweise auch auf mich zutreffen. ;-) Nachdem er es innerhalb eines Jahres schafft, "saufit" zu werden, möchte ich doch mal hören, welche Tipps er für faule Säcke wie mich hat. Auch bei Rebuy bestellt für 1,29 €.

- Hape Kerkeling, "Der Junge muss an die frische Luft": Diese Autobiographie wollte ich schon lange gern lesen, nachdem ich "Ich bin dann mal weg" so mochte. Ich hab es im Bücherflohmarkt der Stadtbücherei für 50 Cent ergattern können. Und sonst übrigens nichts gekauft, ha! Wohingegen der lesefaule Freund sogar vier Bücher mitgenommen hat! 


Ertauscht


- Bernd Gieseking, "Finne dich selbst!": Sein Bruder hat eine Finnin geheiratet, und so verschlägt es den Autor auf dem Rücksitz des elterlichen Autos ins Land der Seen, Saunen und Mücken. Da ich ja schon einige Male in Finnland war, weil mein Freund Halb-Finne ist, musste ich dieses Buch unbedingt haben. Gekauft bei Rebuy für 1,19 €, gehört eigentlich aufs Bild oben. ;-)

- Andrea Ulmer, "Überleben ist ein guter Anfang": Ein Roman über eine Selbsthilfegruppe krebskranker Frauen, die beschließt, eine abenteuerliche Reise zu unternehmen. Ertauscht bei Tauschticket für 1 Ticket.

- Maz Evans, "Die Götter sind los": Ein kleiner Junge, der sich mit griechischen Göttern rumschlagen muss - ha, das ist was für mich! Ertauscht für 3 Tickets.

- Cynthia J. Omololu, "Für immer die Liebe": Den ersten Teil "Für immer die Seele" hatte ich schon länger auf meinem SuB liegen und vor kurzem gelesen. Da es nur eine Dilogie ist, wollte ich die Reihe unbedingt fertig lesen. Ertauscht für 2 Tickets. 

- Volker Klüpfl & Michael Kobr, "In der ersten Reihe sieht man Meer": Dieses amüsante Buch über die unfreiwillige Zeitreise eines erwachsenen Mannes, der sich plötzlich wieder als Teenager auf der Rückbank des elterlichen Autos gen Italien findet und den ganzen Mist nochmal durchmachen muss. Ertauscht für 3 Tickets, und das Beste: Es ist von beiden Autoren signiert! :-)


Sooooo, da hat sich schon wieder ganz schön was zusammengesammelt. Und ein paar Bücher sind schon wieder auf dem Weg zu mir. *hust* Mein Freund denkt sich vermutlich: "Hört das denn nie auf?!" Und ich sage euch: Nein, NIEMALS!!! *irre lach*

Sonntag, 23. April 2017

Rezension: "What the Fuck...??! Ein verdammt rätselhaftes Bilderbuch" von Philipp Stampe

Daten zum Buch:
erschienen am: 8. März 2017
Verlag: jaja
ISBN: 9783946642077
216 Seiten
Preis: 23,00 € (HC)
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Zum Inhalt:
Dieses generationsübergreifende Rätselbilderbuch macht mehr als einfach nur Spaß. Es kann einen auch auf die Palme bringen und ist bestimmt gutes Gehirnjogging.

Jede ganzseitige Illustration zeigt ein auf den ersten Blick irritierendes und scheinbar sinnloses Fantasiemotiv. Was macht denn das Fieberthermometer in der Lampe, fragt man sich und vielleicht sowas wie „What the Fuck!?“ oder “Was zum Henker!?”, wenn man nicht gleich die Lösung im Kopf hat.

Aber, Moment mal… Fieber? Lampe?

Ach, Lampenfieber ist gemeint!
(Klappentext)

Meine Meinung:
Ein Rätselbilderbuch habe ich bisher noch nie "gelesen", deshalb hat mich "What the fuck...??!" spontan angelacht. Der mir bislang unbekannte jaja-Verlag hat hier auf jeden Fall ein optisches Meisterwerk herausgegeben, bei dem sofort die ansprechende Gestaltung ins Auge springt.

Auf einer Seite ist das farbig gemalte Rätselbild dargestellt, auf der anderen Seite gibt es einen Buchstabensalat, der das Lösungswort ergibt. So hat man also auch noch ein Hintertürchen, wenn man mit dem Bild alleine nicht weiterkommt.

Hier ein Beispiel für die Darstellungs des Wortes "Bildschirm".
Auf der Verlagshomepage gibt es noch viele schöne Bilder aus dem Buch!

Hier ist der Titelname auf jeden Fall Programm, denn bei vielen Rätseln dachte ich tatsächlich unweigerlich: "WTF?!" Manche Bilder waren sofort klar, bei manchen dauerte es ein bisschen, und bei manchen kam ich ums Verrecken nicht auf die Lösung. Ich muss zugeben, dass ich meist sehr schnell auf den Buchstabensalat geguckt habe und mir dadurch teilweise schon die Lösung vorweggenommen habe, ohne das Bild überhaupt vorher aufmerksam zu scannen. Wer genau so ist wie ich, sollte sich die Seite mit den Buchstaben erstmal abdecken und es ohne probieren, um ein Gespür für die Details zu kriegen.

Am Lustigsten ist es, wenn man die Rätsel nicht alleine löst. Außer, man hat ein Genie dabei, das nur für jedes Bild zehn Sekunden braucht und einem den Spaß verdirbt. Ansonsten ist es ganz lustig, welche Gedanken und wilden Assoziationen jeder spontan ausspuckt, und wenn man dann endlich auf die Lösung gekommen ist, kann man sich die Freude darüber teilen, denn wie jeder weiß: Geteilte Freude ist doppelte Freude.

Wie gesagt sind die Schwierigkeitsgrade ganz unterschiedlich, wobei es wohl immer auf die rätselnde Person ankommt. Ich habe das Buch mit meinem Freund zusammen durchgemacht. Bei manchen Rätseln kamen wir beide gleichzeitig drauf, bei manchen nur einer von uns. So haben wir uns gut ergänzt. Es gab aber auch tatsächlich ein paar Bilder, bei denen wir die Buchstaben rausgeschrieben und dann verzweifelt versucht haben, daraus ein passendes Wort zu basteln. Von daher wird nicht zu viel vom Verlag versprochen: Das Buch ist gutes Gehirnjogging, kann einen aber auch zuweilen auf die Palme bringen.

Bei manchen Rätseln fand ich das Bild sehr gelungen und habe auch so einige Male gelacht. Bei manchen Bildern habe ich mich auch manchmal gefragt: "Hä? Na ja..." Aber egal, ob man etwas nachvollziehen kann bzw. lustig findet: Der Autor ist auf jeden Fall extrem kreativ! Und er hat eine Liebe für Details, selbst wenn diese gar nicht zur Lösung beitragen oder sogar noch ablenken bzw. nur Verwirrung stiften.

Es gibt keine Seite mit Lösungen, man hat also nur drei Möglichkeiten, die Bilderrätsel zu lösen:

1. Man kommt von selbst auf das Ergebnis.
2. Man nimmt sich den Buchstabensalat vor und probiert aus, welche Wörter man damit legen kann.
3. Man gibt auf und schreibt den Verlag an, der die Lösungen auf Nachfrage gerne herausrückt.

Diese  letzte Option habe ich nicht in Anspruch genommen, da ich es mit den beiden ersten immer irgendwie geschafft habe.

Stampes Rätselbilderbuch ist wirklich etwas Außer- und Ungewöhnliches. Es ist ein lustiger Zeitvertreib für zwischendurch und super geeignet, gemeinsam mit Freunden und/oder Familie die Nase reinzustecken. Die Aufmachung ist zudem wunderschön, von daher kann ich es vor allem als Geschenk für humorvolle Menschen empfehlen.

5 von 5 Schreiberpaletten

 Vielen Dank an www.bloggdeinbuch.de und den jaja-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Dienstag, 18. April 2017

Rezension: "Unter Briten. Begegnungen mit einem unbegreiflichen Volk" von Christoph Scheuermann

Daten zum Buch:
erschienen am: 11. Oktober 2016
Verlag: DVA - Spiegel Buchverlag
ISBN: 9783421047427
237 Seiten
Preis: 17,99 € (HC)
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Zum Inhalt:
Was ist eigentlich mit den Briten los? Um diese Frage zu beantworten, ist Christoph Scheuermann kreuz und quer über die Insel gereist, von Südengland bis in die schottischen Highlands. Er besucht Menschen und Orte, die den Blick freigeben auf die merkwürdigen und manchmal unbegreiflichen Seiten Großbritanniens: Er diniert mit den Fulfords, einer chaotischen Familie aus dem verarmten Landadel, er feiert in Yorkshire mit hysterischen jungen Frauen einen Junggesellinnenabschied, er sucht nach Ufos, vergrabenen Schätzen und dem Geheimnis royalen Smalltalks. Sein Buch ist eine Sympathiebekundung an ein schräges, bisweilen melancholisches Volk, das man trotz – oder wegen – seiner Skurrilität einfach lieben muss.
(Klappentext)

Meine Meinung:
Da ich bald für eine Woche nach London fliege, habe ich voller Spannung zu diesem Buch gegriffen, um mehr über meine baldigen Gastgeber zu erfahren. Großbritannien ist wohl im Moment DAS Land der EU, das Medien und Politik am meisten beschäftigt. Ihren Titel als kurioses Völkchen haben die Briten wohl spätestens mit Durchsetzung des Brexits erfolgreich verteidigt.

Der Brexit ist jedoch kein Thema in diesem Buch. Christoph Scheunemann ist seit 2012 Großbritannien-Korrespondent des Nachrichtenmagazins "Spiegel" und hat in den letzten Jahren viele Begegnungen gesammelt. In 25 Kapiteln trifft Christoph Scheuermann auf ganz unterschiedliche Menschen, Gruppierungen und Gesellschaftsschichten des Vereinigten Königreichs.

Bereits der Einstieg in das Buch ist wahrhaft (fast) königlich, denn der Autor darf Prince Charles - zusammen mit anderen Journalisten in einem unpersönlichen und distanzierten Rahmen - einen Tag lang begleiten. Weiter geht es mit dem versnobten politischen Nachwuchs der elitären Insel, einer wilden Post-Punk-Band, einem Kate Middleton-Double, ehemaligen Zechbrüdern, Boris Johnson und und und. Hier werden viele verschiedene Themen angeschnitten. Manche behandeln durchaus wichtige und ernste Themen, andere beschäftigen sich mit eher Belanglosem.

Die behandelten Themen sind ganz unterschiedlich, und dementsprechend ist es einfach schwierig, dass man sich für alles gleichermaßen interessiert. Manche Kapitel fand ich sehr interessant, z. B. das über Pfandleiher, Tilda Swinton oder die Schatzsucher in Wales. Manche hingegen fand ich sehr langweilig, z. B. die Kapitel über die Band "Fat White Family", Junggesellinnenabschiede in England oder den Ex-Chefredakteur des "Guardian". Aber Interessen sind verschieden, und was mich nicht vom Hocker reißt, wird so manch anderer vielleicht furchtbar spannend finden.

Ich fand das Buch ein bisschen trist, fast wie das britische Wetter. Ich kann es nicht genau erklären, aber so empfand ich es nunmal beim Lesen. Mir fehlten Witz und Biss. Hier und da blitzte ein bisschen Humor durch, aber im Großen und Ganzen war mir das Buch zu fade und ernst geschrieben. Auch vermisste ich eine emotionale Bindung des Autors zu diesem Land, in dem er immerhin schon ein paar Jahre lebt. Es war nicht so, dass ich die Briten danach wahnsinnig ins Herz geschlossen hatte, ich stand ihnen eher neutral bis gleichgültig gegenüber. Auch wenn hier ein weit gestreuter Querschnitt durch alle Gesellschaftsschichten geboten wird, blieb bei mir das Gefühl zurück, dass Großbritannien nur auf der einen Seite den versnobten Adel und die hochnäsigen Tory-Anhänger hat, und auf der anderen Seite die ganz schrägen Vögel und abgestürzten Typen. Die Wahrheit ist wohl irgendwo dazwischen.

Für Großbritannien-Liebhaber ist dieses Buch bestimmt ein schöner Ausflug durch das Vereinigte Königreich. Der Autor hat viel erlebt und recherchiert. Mich hat das Buch ganz gut unterhalten, aber es hinterlässt bei mir keinen bleibenden Eindruck.

3 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse für dieses Rezensionsexemplar!

Freitag, 14. April 2017

Rezension: "Es klingelte an der Tür. Ein Fall für Nero Wolfe" von Rex Stout

Daten zum Buch:
erschienen am: 11. März 2017
Verlag: Klett-Cotta
ISBN: 9783608981117
247 Seiten
Preis: 15,00 € (HC)
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Zum Inhalt:
Die reiche Exzentrikerin Rachel Bruner hat die Nase voll vom amerikanischen Geheimdienst. Sie kauft zehntausend Exemplare eines Enthüllungsbuchs und verschickt es landesweit. Klar, dass das Ärger gibt: das FBI lässt sie auf Schritt und Tritt überwachen. In ihrer Not wendet sich die vornehme Dame an Nero Wolfe, dem berühmtesten Privatermittler von New York. Doch wie soll der ihr helfen? Ein Scheck über 100 000 Dollar überzeugt ihn, es zumindest zu versuchen.
(Klappentext)

Meine Meinung:
Rex Stout (1886-1975) war einer der erfolgreichsten Kriminalautoren der USA, der vor allem durch seine Kriminalfälle rund um den Ermittler Nero Wolfe berühmt wurde. "Es klingelte an der Tür" ist nicht der erste, sondern der 28. Wolfe-Band. Der erste Fall erschien bereits 1934, "The Doorbell Rang" erst 1965. Ich kannte bislang gar keinen Wolfe-Fall, denke aber, dass Vorkenntnisse nicht unbedingt nötig sind. Es werden jedoch Personen und Umstände erwähnt, die man nur aus vorherigen Fällen kennen wird. Hätte ich die Wahl, würde ich bei einer Reihe immer nach der chronologischen Reihenfolge gehen. Ehrlich gesagt war mir aufgrund des Klappentextes auch gar nicht bewusst, dass es sich nicht um den Reihenaufakt handelt. Mir ist auch jetzt nicht ganz klar, wieso der Verlag ganz willkürlich den 28. Band in neuer Übersetzung veröffentlicht. Im Nachwort erfährt man jedoch, dass dies wohl Stouts erfolgreichster Wolfe-Band war, da er damals provozierte und auf der Liste der dem FBI nicht genehmen Schriften landete.

Die Information: "Diese Neuübersetzung bietet dem deutschen Leser erstmals die Möglichkeit, den Autor in seiner ganzen literarischen Qualität zu entdecken." hat mich vermuten lassen, dass es die Bücher vielleicht bislang nur auf Englisch gibt. Das ist jedoch nicht zutreffend, alle Bände wurden auch auf Deutsch veröffentlicht, dieser Band 1968 unter dem Titel "Per Adresse Mörder X". Wer also lieber gleich chronologisch lesen möchte, kann dies auch auf Deutsch tun.

Nero Wolfe ist ein exzentrischer, aber brillianter Privatdetektiv, der nur in Ausnahmefällen das Haus verlässt und sich ansonsten leidenschaftlich der Orchideenzucht und der Kulinarik widmet. Der Roman wird aus Sicht seines Assistenten Archie Goodwin erzählt, der für Wolfe viele Funktionen übernimmt, sowohl am Schreibtisch als auch draußen bei der Ermittlungsarbeit. Er ist gut ausgebildet, kampferprobt und dennoch ein Charmeur.

Für Leser, die eher zu Krimis aus moderner Zeit greifen, ist es wohl etwas ungewöhnlich, dass hier noch ganz klassisch "auf der Straße" ermittelt wird und heutige Selbstverständlichkeiten wie Internet, Handy und modernste Technik (z. B. Abhörtechnik) damals noch keine Rolle spielten. Überhaupt ist das Charmanteste an dem Buch die Zeit, in der es spielt. Damals haben sich die Leute, zumindest die in Wolfes Umfeld, gewählter ausgedrückt und pflegten noch die Regeln der Höflichkeit. Archie ist ein echter Gentleman. Er spricht den Leser direkt an und teilt mit ihm seine Gedanken. Der Humor des Buches ist subtil, und vor allem zwischen Archie und Wolfe kommt es zu so manch (für mich) abstrusem Dialog. Der Sprachstil ist meiner Meinung nach gewöhnungsbedürftig, da der Roman vor über 50 Jahren geschrieben wurde und sich die Figuren auch dementsprechend artikulieren. Man liest sich aber nach und nach ein.

Der Fall an sich ist sehr verzwickt und ich muss zugeben, dass ich manchmal nicht ganz folgen konnte, worüber Wolfe und Archie da eigentlich reden und was genau sie vorhaben. Das FBI spielt eine große Rolle, und von diesem Thema habe ich so gar keine Ahnung. Das hat sich dann ja nach der Lektüre geändert. Es wurde für meinen Geschmack zu viel geredet, aber ich schätze, die verbalen Schlagabtäusche zwischen Wolfe und Archie sind markant für diese Reihe und machen ihren Charme aus. Auf die Lösung des Falles kam ich bis zum Schluss nicht. Ich bin jedoch auch kein versierter Krimileser, sondern schnüffle nur ab und an in diesem Genre herum.

Alles in Allem hat mir das Buch gut gefallen, da der Fall anspruchsvoll und verzwickt war. Es ist jedoch nicht mein bevorzugtes Genre, und deshalb werde ich keine weiteren Bände der Serie lesen, auch wenn ich die beiden Protagonisten durchaus liebenswert fand. Wer aber gerne Krimis liest, vor allem aus älterer Zeit, hat mit Nero Wolfe sicherlich seine wahre Freude.

3,5 von 5 Schreiberpaletten