Samstag, 18. November 2017

[TAG] "HeldenMonat": Du bist ein Held!

Ich denke, fast jeder von uns kennt Percy Jackson oder andere Reihen des Autors Rick Riordan (z. B. die "Kane-Chroniken" oder "Magnus Chase").

Nach den "Percy Jackson"-Bänden folgte eine weitere Reihe um die griechischen Halbgötter in heutiger Zeit. In "Helden des Olymp" spielt Percy zwar auch eine Rolle, aber das Hauptaugenmerk liegt auf den drei Freunden (und natürlich göttlichen Abkömmlingen) Jason, Leo und Piper.

Der Carlsen-Verlag hat am 2. November alle fünf Bände von "Helden des Olymp" in einer neuen Sonderausgabe herausgegeben. Die liebe Sanne vom Bücherblog "Papierplanet" hat deshalb eine ganz tolle Aktion im November gestartet: Den "Helden-Monat"!

Zu gewinnen gibt es alle fünf Sonderausgaben, und ich muss ganz ehrlich sagen: Was für ein toller Gewinn!!! :-) Denn die Reihe steht schon länger auf meiner Wunschliste. Bislang habe ich nämlich nur die "Kane-Chroniken" gelesen (und geliebt!) und die beiden Percy Jackson-Filme geschaut (Shame, shame!).Und da der 24.11., der Tag der Auslosung, auch noch mein Geburtstag ist, wäre das sogar noch geiler, die Bücher zu gewinnen.

Toll, das klingt voll gierig... Natürlich mache ich auch mit, weil mir das Beantworten der Fragen Spaß macht. Das ist nämlich die Aufgabe für den "Helden-Monat". Also hier kommen die Fragen, gestellt von den Halbgöttern höchstpersönlich. ;-)

1. Frank Zhang: Welche besondere Fähigkeit hättest du als Halbgott?
Puuuuuh. Das ist ja mal echt schwierig. Wenn ich so an meine persönlichen Interessen denke, dann könnte ich
a) alle Sprachen der Welt verstehen und sprechen,
b) mit Tieren kommunizieren,
c) einen Schutzschild um mich und Andere spannen, um sie vor Gefahren zu schützen.
Ehrlich gesagt fielen mir da noch Hunderte anderer cooler und nützlicher Eigenschaften ein (Ich will gerne fliegen können, au ja!), aber ich will es nicht übertreiben fürs Erste.

2. Piper McLean: Hast du schonmal etwas verheimlicht, damit man etwas bestimmtes von dir denkt?
Öhm, ehrlich gesagt fällt mir da jetzt nichts ein. Dass man ab und an mal was verschweigt, um keinen Nachteil zu haben, ist normal, denke ich. Ich hab mich aber nie komplett verstellt oder vorgegeben, eine Andere zu sein.

3. Hazel Levesque: Welches Ereignis hat am meisten zu deiner heutigen Persönlichkeit beigetragen?
Im positiven Sinne: Nichts Konkretes. Ich bin das Ergebnis aus ganz vielen Einflüssen, aber es war jetzt weder eine ganz spezielle Person  noch ein Ereignis dafür verantwortlich, dass ich jetzt so bin, wie ich bin.
Im negativen Sinne: Ich wurde als Teenager eine Zeitlang sehr stark gemobbt, und das hat leider dazu geführt, dass ich ein paar Eigenschaften und innere Einstellungen angenommen habe, die mir nicht gut tun bzw. mir in manchen Situationen Steine in den Weg legen.

4. Leo Valdez: Wenn du die Fähigkeit dazu hättest, welchen nützlichen Gegenstand würdest du erfinden?
Ach herrje, das ist auch eine sehr schwierige Frage. Am liebsten etwas, das zum Weltfrieden führt. Und den Hunger auf der Welt bekämpft. Gerechtigkeit herstellt. Ich weiß nicht. Das Problem ist, dass solche Gegenstände in den falschen Händen dann wiederum schädlich sein können. Wenn es etwas Egoistisches sein darf, dann würde ich eher eine Zeitmaschine oder zumindest einen Beamer (wie bei Star Trek) erfinden, um überall sein zu können, wo ich sein möchte.

5. Jason Grace: Würdest du einen vertrauten Ort verlassen, wenn du damit eine dir nah stehende Person beschützen würdest?
Selbstverständlich! Ich bin eh kein Mensch, der sich nur an vertrauten Orten aufhält, ich erkunde gerne die Welt. Aber zum Schutz einer Person wäre das sowieso selbstverständlich für mich.

6. Annabeth Chase: Musstest du schon einmal deine größte Angst überwinden?
Ich hab eigentlich keine ganz bestimmte Angst, von der ich sagen könnte, das ist jetzt meine absolute Nemesis. Es sind eher kleine Dinge. Dass man mal selbst die eklige Spinne fängt und rausträgt. ;-) Oder dass man sich generell aus seiner Komfortzone herauswagt. Und ja, das habe ich schon öfter getan. Am Schlimmsten ist immer das Sich-Überwinden, aber wenn das geschafft ist, merkt man oft, dass die Angst ganz unbegründet war.

7. Percy Jackson: Was ist deine größte Schwäche?  
Gutes Essen, leider. Und dass ich manchmal echt phlegmatisch bin - Faultiere sind meine Seelentiere!

Also ich finde, das hat echt Spaß gemacht, die Fragen zu beantworten. :-) Und wenn ihr auch Lust habt, mitzumachen, dann findet ihr den ursprünglichen Beitrag dazu hier: *KLICK*

Freitag, 17. November 2017

Neuzugänge

Es wird mal wieder Zeit, euch meine neuen Bücherbabies zu zeigen. Da ist wieder viel Schönes dabei. :-)

Rezensionsexemplare


- Ulrike Busch, "Mordsschwestern" (von der Autorin erhalten)
- Christina Talberg, "Nur ein Wort. Seulement une parole" (erhalten von "Spread and read")


Gewonnen


- Andreas Tjernshaugen, "Das verborgene Leben der Meisen" (gewonnen auf LovelyBooks)


Prämie


- Katrin Koppold, "Hoffnung auf Kirschblüten" (erhalten als Lesemeilen-Prämie von der Buchboutique)


Gekauft


- Katrin Bauerfeind, "Hinten sind Rezepte drin" (für 2,00 € bei Hugendubel)
- Caroline L. Jensen, "Frau Bengtsson geht zum Teufel" (für 0,50 € im Buchantiquariat)
- Marliese Arold, "Magic Girls - Hinter geheimnisvollen Türen" (für 0,30 € bei Tedi)
- Harry Luck, "Lachen und schießen" (für 1,00 € im 1-Euro-Shop)


Ertauscht


- Tom Hanks, "Uncommon Type" (für 5 Tickets bei Tauschticket - signiert!)
- Anna Pfeffer, "New York zu verschenken" (für 2 Tickets bei Tauschticket)
- Christine Drews, Sonntags fehlst du am meisten" (für 3 Tickets bei Tauschticket - signiert!)
- Luisa Binder, "Darf ich dir das Sie anbieten?" (für 1 Ticket bei Tauschticket)
- Johannes Böhmer, "Ich geh' Jobcenter. Erzählungen aus dem Alltag eines Arbeitsvermittlers" (für 3 Tickets)


Hach, sooooo viele schöne Bücher, findet ihr nicht auch?! <3 Kennt ihr schon was davon?

Mittwoch, 15. November 2017

Rezension: "Der Tiger in der guten Stube - Wie die Katzen erst uns und dann die Welt eroberten" von Abigail Tucker

Daten zum Buch:
erschienen am: 11. September 2017
Verlag: Theiss
ISBN: 9783806236477
304 Seiten
Preis: 19,99 € (HC)
Hier geht's zur Verlagsseite!

Zum Inhalt:
Katzen sind unsere liebsten Haustiere. Im Laufe ihrer gemeinsamen Geschichte mit uns wurden sie zu einer der erfolgreichsten Tierarten auf diesem Planeten. Und heute herrschen sie über Hinterhöfe, ferne antarktische Inseln und unsere Wohnzimmer … und einige sind zu Stars des Internets geworden, die höhere Klickzahlen erreichen als so manche Hollywood-Größe.

Aber wie haben Katzen diese Dominanz erreicht? Anders als Hunde haben sie für uns keinen praktischen Nutzen. Sie sind miserable Rattenjäger und gleichzeitig eine Bedrohung für viele Ökosysteme. Und doch lieben wir sie. Um unsere Hausgenossen besser zu verstehen, macht sich Abigail Tucker auf die Reise zu Züchtern, Umweltaktivisten und Wissenschaftlern. Profund und unterhaltend erzählt sie, wie diese kleinen Kreaturen ihre Beziehung zu uns Menschen genutzt haben, um zu einer der einflussreichsten Spezies der Erde zu werden.

Nach der Lektüre werden Sie unsere pelzigen Begleiter mit anderen Augen sehen und sich selbst womöglich auch.
(Klappentext)

Meine Meinung:
Katzen - wie kann man sie bitteschön nicht lieben?! Ich jedenfalls bin ein großer Fan der putzigen Fellnasen. Außerdem liebe ich Hunde, und ich werde den Teufel tun und mich zwischen den beiden entscheiden, denn auch wenn sie - wie in diesem Buch mal wieder ganz klar gezeigt wird - total unterschiedlich sind, sind sie beide absolut liebenswert.

Aber wieso genau sind Katzen die vermutlich beliebtesten Haustiere der Welt? Wieso können wir Stunden damit verbringen, uns Katzenvideos anzuschauen? Warum lassen sich Katzenbesitzer von ihren Lieblingen wie Sklaven herumscheuchen? Und wie kommt es, dass Katze und Mensch früher Todfeinde waren und jetzt einträchtig auf der Couch schmusen? Diesen und vielen weiteren Fragen rund um die possierlichen Tiere geht Abigail Tucker nach, selbst Mutter mehrerer Katzen sowie zweier Töchter, deren erstes Wort "Katze" war.

In neun Kapiteln begleiten wir die Autorin auf ihrer Reise durch die Welt der Felidae. Tucker hat hier ausführlich recherchiert, hat weder Kosten noch Mühen gescheut und ist an verschiedene Orte der Welt gereist, um mit Forschern zu reden und Projekte zu besuchen. Man lernt hier wirklich wahnsinnig viel nicht nur über diese Tiere, sondern auch über uns Menschen (Spannend z. B., wie Raubkatzen früher unsere Entwicklung zum Fleischfresser beeinflusst haben.) und über andere Spezies, z. B. Beutetiere von Katzen.

Und so erfährt man nicht nur Liebenswertes über Katzen, sondern auch unschöne Tatsachen. Z. B. dass Katzen für das Aussterben zahlreicher Tiere verantwortlich sind. So hat Australiens Umweltminister der Katze in Australien, dem "Tsunami der Gewalt und des Todes", den Krieg erklärt, während in Key Largo Freiwillige verzweifelt um das Überleben der von wilden und Hauskatzen gejagten Key Largo-Waldratte kämpfen. Interessant fand ich auch, dass Hunde durchaus vegetarisch leben können, während eine fleischlose Ernährung für Katzen tödlich ist.

Man merkt der Autorin ihre große Liebe für Katzen an. Und sie versucht, die zahlreichen Fakten dem Leser unterhaltsam zu präsentieren. Dies gelingt ihr jedoch nur bedingt. So hatte ich öfter mal das Gefühl, dass ich eher eine wissenschaftliche Arbeit als Unterhaltungsliteratur vor mir habe. Dementsprechend würde ich auch sagen, dass der Schreibstil recht anspruchsvoll und vielleicht nicht jedermanns Sache ist. Stellenweise lesen sich Tuckers Ausführungen sehr trocken und ziehen sich in die Länge. Ich bin mir nicht sicher, ob ein Buch, das für die breite Masse gedacht ist, so sehr in die Tiefe gehen muss.

Auch die recht zahlreichen Fußnoten brachten manchmal meinen Lesefluss ins Stolpern. Die dazugehörigen Anmerkungen hätten meiner Meinung nach besser ans Blattende auf der gleichen Seite gehört. So ist es ein nerviges Hin- und Herblättern zwischen Text und Anhang, es sei denn, man befasst sich einfach gar nicht mit den Fußnoten. Da aber teilweise noch weitere Erläuterungen dort zu finden sind, wollte ich sie nicht komplett ignorieren. Größtenteils sind dort aber nur Quellenangaben zu finden.

Das Buch ist hochwertig aufgemacht mit Pfotenabdrücken und anderen skizzierten Katzenmotiven. Das lockert etwas auf und ist hübsch anzusehen. Die 20seitigen Anmerkungen (Fußnoten) liefern massenhaft weiterführende Literatur für diejenigen, die es wirklich ganz genau wissen wollen. Vermisst habe ich jedoch Fotos, denn bei diesem Thema würde sich meiner Meinung nach weiteres Anschauungsmaterial bestens anbieten (z. B. Fotos diverser erwähnter Katzenarten oder Beutetiere, Statistiken, Landkarten o.ä.).

"Der Tiger in der guten Stube" bietet zahlreiche unterhaltsame und spannende Fakten über die Welt der Katzen. Für mich war es jedoch leider eine Spur zu trocken und wissenschaftlich.

3,5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an Literaturtest.de für dieses Rezensionsexemplar!

Montag, 13. November 2017

Rezension: "Das Glück an Regentagen" von Marissa Stapley

Daten zum Buch:
erschienen am: 7. November 2017
Verlag: rowohlt Polaris
ISBN: 9783499291708
301 Seiten
Preis: 14,99 € (SC)
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Zum Inhalt:
Kurz vor der Hochzeit wird Mae von ihrem Verlobten sitzengelassen, zusammen mit einem Haufen Schulden, denn Peter hat in ihrem Namen hohe Gelder veruntreut und sich ins Ausland abgesetzt. Pleite, ohne Mann und ohne Wohnung kehrt sie an den einzigen Ort zurück, an dem sich noch willkommen fühlt: Alexandria Bay. Hier ist sie bei ihren Großeltern aufgewachsen, die immer für sie da waren, auch und besonders nach dem tragischen Tod ihrer Eltern.

Doch die Rückkehr ist auch mit schmerzhaften Erinnerungen verbunden, denn hier hat ihr ihre große Liebe Gabe einst das Herz gebrochen und sie verzweifelt zurückgelassen. Außerdem haben sich ihre Großeltern während ihrer Abwesenheit verändert. Großmutter Lilly scheint sich immer mehr selbst zu vergessen, Großvater George ist aus dem Haus geflüchtet. Und dann taucht auch noch der frisch geschiedene Gabe wieder in Alexandria Bay auf. Alte Wunden werden aufgerissen und lang gehütete Geheimnisse kommen ans Tageslicht.

Meine Meinung:
Die Kapitel sind aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben. Die vier Hauptfiguren sind Mae, Gabe, Lilly und George. Es gibt etliche Rückblicke, z. B. in Maes Kindheit, als ihre Eltern noch gelebt haben, aber auch in die Jugendzeit ihrer Großeltern während des zweiten Weltkrieges. Das macht die Geschichte manchmal etwas unruhig, da ständig zwischen Orten, Personenkonstellationen und Zeiten gewechselt wird. Das fordert dem Leser einiges an Konzentration ab, und man setzt nach und nach selbst das Puzzle rund um Mae und ihre Familie zusammen.

Die Figuren werden detailliert gezeichnet, und durch die unterschiedlichen Sichtweisen ergibt sich nach und nach von jedem ein Gesamtbild. Ich persönlich fand Gabe und George sympathischer als Lilly und Mae. Lilly tat mir zwar einerseits leid, da sie immer dementer wurde und der Verlust ihrer Tochter sie gezeichnet hat, aber sie trägt so viele Geheimnisse mit sich herum und hat dadurch so viel Leid angerichtet, dass ich sie nicht mögen konnte. Obwohl Mae der gemeinsame Nenner und die bemitleidenswerte, da betrogene Hauptfigur ist, blieb sie irgendwie farblos und konnte mich nicht abholen. Wieso sie Peter, den sie augenscheinlich noch nichtmal liebte, heiraten und mit ihm eine Familie gründen wollte, weiß der Geier. Sie ist eher der "Kopf in den Sand"-Typ und lässt alles auf sich zukommen.

Überhaupt ist es das, was die Figuren am Besten können: Dinge in sich hineinfressen und vor Konfrontationen davonlaufen. Hier wird viel Geheimniskrämerei betrieben. Jeder trägt etwas mit sich herum, teilweise -zig Jahre lang. Und man lernt nichts daraus, denn es werden auch weiterhin neue Erkenntnisse verschwiegen. Ja, die Wahrheit kann oft weh tun, aber wie hier alle umeinander herumeiern und sich wirklich wichtige Dinge verschweigen, die ausgesprochen auch einiges an Irrungen, Wirrungen und Leid erspart hätten, ist nur schwer erträglich.

Jedes Kapitel wird mit einem Punkt aus der Liste von Maes Mutter Virginia, was man an einem Regentag machen kann, eingeleitet. Dies ist zwar eine charmante Idee, wird aber in der Geschichte nicht weiter aufgegriffen, trägt also nichts weiter zur Handlung bei. Man kann sie letztlich für sich selbst als nette Anregung für Regentage nutzen, wobei einige Tipps ganz speziell auf Alexandria Bay und Umgebung gemünzt sind.

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen. Generell hat die Geschichte jedoch eine Schwermut, die sich durch das ganze Buch zieht und mich beim Lesen nie so richtig losgelassen hat. Tatsächlich ist an ein, zwei Stellen ein Tränchen über die Wange gerollt, aber ansonsten blieb ich von den Charakteren und der Geschichte eher unberührt.

Der Epilog war mir persönlich dann zu süßlich und hätte nicht sein müssen. Mehr kann ich aber nicht verraten, da ich sonst spoilern würde. 

Alles in Allem ist "Das Glück an Regentagen" nicht ganz leicht verdauliche, jedoch kurzweilige Lesekost mit blassen Charakteren, die mich leider nicht abholen konnte. 

3 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an die Buchboutique und den Rowohlt-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Sonntag, 12. November 2017

Buch-Zitat des Tages

aus: "Der Tiger in der guten Stube. Wie die Katzen erst uns und dann die Welt eroberten" von Abigail Tucker (S. 42)

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Vielleicht erinnert uns ein Tiger, der auf unserem Schoß schnurrt oder in unserem Wohnzimmer herumtobt, daran, dass wir uns die Natur untertan gemacht haben, sie vollständig kontrollieren. Vielleicht ist es aufschlussreich, dass einer der wenigen Plätze auf der Welt, wo Hauskatzen keine populären Hausgenossen sind, Indien ist, gleichzeitig auch eine der seltenen Regionen, wo Großkatzen noch immer wirklich Schaden anrichten.

Es gibt jedoch auch Argumente, die dafür sprechen, dass die Familie Felidae tatsächlich unbesiegt bleibt und Katzen noch immer an der Spitze stehen und das Sagen haben. Ja, menschenfressende Löwen haben abgedankt, doch die bescheidene Hauskatze hält im neuen Jahrtausend denselben königlichen Anspruch aufrecht.

Denn trotz all ihrer Kraft und ihres Muts haben es Löwen niemals auch nur annähernd so weit in die Welt gebracht. Die Hauskatze hat Fuß gefasst von der Arktis bis nach Hawaii, hat Tokio und New York übernommen und den gesamten australischen Kontinent erstürmt. Und irgendwo unterwegs hat sie das kostbarste und bestgehütete Territorium auf diesem Planeten eingenommen: die Festung des menschlichen Herzens.

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Samstag, 11. November 2017

Rezension: "Willkommen bei den Friedlaenders! - Meine Familie, ein Flüchtling und kein Plan" von Adrienne Friedlaender

Daten zum Buch:
erschienen am: 11. September 2017
Verlag: blanvalet
ISBN: 9783764506254
224 Seiten
Preis: 16,00 € (HC)
Hier geht's zur Verlagsseite!

Zum Inhalt:
Als die große Flüchtlingswelle Deutschland erreicht, sitzen die Journalistin Adrienne Fiedlaender und ihre Söhne vor dem Fernseher und fragen sich: "Warum nehmen wir nicht einfach einen dieser Flüchtlinge bei uns auf?" Gesagt, getan, und schon nach kurzer Zeit zieht der 21-jährige Syrer Moaaz bei ihnen ein.

Von nun an gilt es, Moaaz den deutschen Alltag und die Eigentümlichkeiten der Westeuropäer näher zu bringen, ihn zu integrieren und auf ein eigenständiges Leben in seiner neuen Heimat vorzubereiten. Doch auch die Friedlaenders können noch viel von ihrem neuen Familienzuwachs lernen.

Meine Meinung:
Zusammen mit ihren vier Söhnen beschloss die alleinerziehende Mutter Adrienne Friedlaender eines Tages spontan, ganz aktiv Flüchtlingshilfe anzubieten, indem sie einen Flüchtling in ihre Familie holt. In "Willkommen bei den Friedlaenders!" erzählt uns die Journalistin nun von dem siebenmonatigen Aufenthalt des Syrers Moaaz in ihrem Haushalt.  

Erwartungsgemäß treffen hier natürlich zwei Welten aufeinander. Mehr als einnmal muss die Autorin ihrem Ziehsohn erklären, wie die Deutschen ticken. Und mehr als einmal lernt sie wiederum von diesem, dass die Westeuropäer manches vielleicht einfach etwas lockerer handhaben sollten.

Wobei Moaaz eigentlich schon fast als Vorzeige-Flüchtling bezeichnet werden kann. Entgegen aller Befürchtungen zeigt er sich von Anfang an als höflich, tolerant und anpassungsfähig, so dass es nicht zu größeren Unstimmigkeiten kommt. Das Zusammenleben klappt ganz gut, Moaaz wird als großer Bruder von Adriennes Söhnen sofort freudestrahlend aufgenommen, und die Autorin zeigt sich erfreut über die Hilfsbereitschaft ihres Ziehsohnes, der sich im Gegensatz zu ihrer eigenen Nachkommenschaft nicht wie ein verwöhntes Muttersöhnchen gebärt, sondern auch unaufgefordert im Haushalt hilft und seiner Ziehmutter gegenüber Respekt erweist.

Generell fand ich die Autorin sehr sympathisch. Ich bin jedoch etwas zwiegespalten. Fakt ist, dass Adrienne Friedlaender und ihre Söhne den syrischen Flüchtling Moaaz für über ein halbes Jahr in ihrem Haus aufgenommen, ihn als Teil ihrer Familie akzeptiert und ihm somit den Einstieg in sein neues Leben in Deutschland extrem erleichtert haben. Das verdient Anerkennung, denn mal ehrlich - wie viele Menschen würden so etwas bedenkenlos tun?

Andererseits hatte es für mich immer einen fahlen Beigeschmack, dass die Autorin Journalistin ist. Auch wenn ich ihr jederzeit abgekauft habe, dass sie Moaaz wirklich gerne hat und er ihr immer wichtiger wurde, so bin ich mir nicht sicher, ob sie ihn auch aufgenommen hätte, wenn sie das Erlebnis nicht auch beruflich hätte nutzen können. Mag sein, dass ich ihr damit Unrecht tue, aber dieser Hintergedanke schwang beim Lesen ständig mit.

Es geht hier übrigens nicht nur um Moaaz und die gemeinsamen Erlebnisse während der Zeit des Zusammenlebens. Die Autorin reflektiert auch viel über gesellschaftliche Zustände, Eigenheiten der Deutschen sowie über ihr eigenes (Familien-)Leben. Denn sie merkt schnell, dass ihre Söhne eigentlich total verzogen sind und die Mutter vor allem als Versorgerin sehen. Das egoistische Verhalten ihrer Kinder der Mutter gegenüber hat mich tatsächlich etwas gestört, und stellenweise hat sie mir echt leid getan. Da war das respektvolle Auftreten von Moaaz ihr gegenüber eine echte Wohltat.

Interessant sind natürlich die vielen kleinen Erlebnisse während des siebenmonatigen Aufenthaltes im Friedlaender'schen Haushalt. Allerdings sind diese Ereignisse recht unspektakulär und schnell abgehandelt. Die Integration in der gehobenen, aufgeklärten Gesellschaftsschicht, in der sich die Familie meist bewegt, klappt recht problemlos. Alle sind offen und tolerant. Das ist schön, so soll es sein, aber es ist - mit Verlaub - auch ein bisschen fade.

Moaaz selbst erzählt Adrienne ein bisschen über sein Leben in Syrien, hält sich ansonsten bedeckt und erzählt auch nichts von der Flucht selbst und den schlimmen Erlebnissen, die damit verbunden sind. Vermutlich sind die Erinnerungen daran zu schmerzhaft. Das ist auch ok, man muss sich nicht durch das Elend Anderer unterhalten lassen. Es hätte sogar nicht so recht gepasst zu dem eher flapsigen Schreibstil der Autorin. Aber durch das ständige Mauern von Moaaz fand ich leider keinen Zugang zu dem jungen Mann. Moaaz zieht dann auch aus eigenem Wunsch nach sieben Monaten mit einem Freund in eine eigene Wohnung. Der Kontakt zu den Friedlaenders ist weiterhin eng und liebevoll, aber nach so einer kurzen Zeit hatte ich nicht das Gefühl, dass sich hier echte Familienbande entwickelten und es doch eher bei einer Art Experiment geblieben ist.

Alles in allem ist "Willkomen bei den Friedlaenders!" ein kurzweiliger Einblick in das Leben einer deutschen Familie mit einem syrischen Flüchtling, der ganz unterhaltsam ist, aber bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

3 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse für dieses Rezensionsexemplar!

Dienstag, 31. Oktober 2017

Rezension: "Magdalena 24h - Mein abenteuerliches Leben als Escort Girl" von Magdalena Nirva

Daten zum Buch:
erschienen am: 26. Juli 2017
Verlag: Selbstverlag
ISBN: 9781521865705
379 Seiten
Preis: 13,90 € (TB)
Hier geht's zur Autorenseite!

Zum Inhalt:
Magdalena ist 24, Literaturstudentin und liebt Sex. Als sie nach ihrer gescheiterten Ehe mit ihrem Kind mittellos dasteht, wirft sie alle Bedenken beiseite und sagt sich: „Warum soll ich damit nicht auch Geld verdienen?“ Um ihr Kind zu versorgen. Um die Universität abzuschließen. Um sich ein schöneres Leben leisten zu können. Auf der Suche nach neuer Liebe begegnet sie dem anziehenden Bad Boy Eagle. Die beiden beschliessen, ihrer Heimat Bulgarien den Rücken zu kehren und nach Wien zu gehen, wo sie als Callgirl viel Geld verdienen kann. Doch bald wird Eagle von seiner Vergangenheit eingeholt, und sie müssen Wien eilig verlassen. Und Magdalena gerät immer tiefer in Abhängigkeit zu Eagle, der sein „goldenes Huhn“ zunehmend rücksichtslos antreibt und eifersüchtig bewacht…
(Klappentext)


Meine Meinung:
Magdalena Nirva ist natürlich ein Pseudonym, denn die Autorin möchte sich weder mit der bulgarischen Mafia noch mit ehemaligen Kunden anlegen, die teilweise in hochrangigen Positionen tätig sind. Sie schildert hier eindrücklich ihr Leben als Escort-Girl, zuerst in ihrer Heimat Bulgarien, dann später in Wien und letztlich Berlin. Sie tut dies schonungslos offen, geht ins Detail, auch wenn diese nicht immer schön zu lesen sind (z. B. Sex mit einem fast 100jährigen, detaillierte Beschreibungen von Körpersekreten).

Wer also hofft, dass hier alles ein bisschen hübsch umschrieben und harmlos dargestellt wird, wer keine explizite, teils vulgäre Sprache lesen möchte, der sollte sich die Lektüre nochmal überlegen. Es ist auch kein erotischer Roman, sondern es geht zur Sache, wie das nunmal so ist, wenn man seinen Körper für Geld verkauft. Es gibt durchaus anregende Szenen, denn die Autorin hat in ihrem Beruf zum Glück auch viele anständige Kunden, denen es wichtig ist, dass auch sie zu ihrem Vergnügen kommt. Aber natürlich gibt es auch viele unangenehme Begegnungen.

Und die Autorin beschönigt nichts. Sie jammert nicht. Sie sieht sich nicht in der Opferrolle. Das fand ich sehr bewundernswert. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man diesen Job psychisch und vor allem körperlich in diesem Ausmaß über Jahre hinweg leisten kann. Die "24h" im Titel kann man ruhig wörtlich nehmen. Natürlich ist Magdalena auch zu Hause, ruht sich aus, aber sie ist wirklich auf Abruf rund um die Uhr verfügbar, kommt auch ab und zu an ihre Grenzen, aber beißt sich durch.

Das Escort-Gewerbe ist einträglich, an manchen Tagen hat Magdalena vierstellige Einnahmen. Als in Deutschland der Escort-Service alleine nicht mehr genug abwirft, arbeitet sie noch zeitweise parallel im Bordell und macht sogar einen (einmaligen) Ausflug in die Pornoszene.

Zu Gute kommt ihr natürlich, dass sie seit jeher viel Freude an Sex hat und dieser auch privat für sie eine enorm wichtige Rolle spielt. Ich musste schon schmunzeln, als sie erwähnt, dass sie auch nach fünf bis zehn Freiern am Tag noch mindestens einmal täglich Sex mit ihrem Freund braucht, und dass IHM das irgendwann zu viel wird und er sie als Nymphomanin beschimpft. Der gleiche Gedanke kam mir tatsächlich auch, da sie auch privat ständig Sex haben muss und auch mit Freunden und Bekannten gerne kleine Orgien feiert. Aber jedem das Seine, und es ist ja auch schön, wenn sie ihren Job richtig gerne macht. Viel zu viele Frauen werden zur Prostitution gezwungen, während sich die Autorin bewusst für diesen Beruf entschieden hat, wenngleich die äußeren Umstände sie natürlich auch in diese Richtung geschubst haben.

Der Schreibstil ist kurzweilig, die Autorin schreibt umgangssprachlich in eher leichter Sprache. Man kann sich das Geschriebene so auch gut als mündliche Erzählung vorstellen. Das ist zwar nicht wahnsinnig eloquent, aber dadurch ist das Buch angenehm und flott zu lesen. Lediglich die Grammatik- und Rechtschreibfehler, die im Verlauf der Geschichte leider zunehmen, stören ein bisschen. Vielleicht sollte hier nochmal jemand drüberschauen.   

Nun aber zu meinen Kritikpunkten. Diese liegen in erster Linie in der Person der Autorin, was vielleicht grenzwertig scheinen mag, da es sich hier um eine Autobiographie und nicht um die Erzählung einer fiktiven Person handelt. Aber es hat für mich den Lesegenuss duchaus beeinträchtigt, deshalb werde ich es hier auch erwähnen.

Ich kenne die Autorin nicht persönlich, aber so wie sie sich selbst im Buch darstellt, war sie mir doch ziemlich unsympathisch. Hier muss man auch dazu sagen, dass der Erzählstil sachlich-nüchtern ist. Magdalena Nirva ist tough, und das muss sie auch sein. Wer in diesem Job arbeitet, kann sich keine Schwächen erlauben. So kommt sie auch in ihrem Erzählstil rüber. Emotionen gibt es hier wenige, eher nüchterne Betrachtungen. Es gelang mir nicht, zu der Protagonistin irgendeine Bindung aufzubauen. Ich empfand weder Mitleid noch Sympathie.

Natürlich, sie hatte eine bescheidene Kindheit mit Schlägen und emotionaler Kälte. Sie musste lernen, dass man in ihrer Heimat mit legaler Arbeit nicht für eine Familie sorgen kann. Dass sie ohne genügend Schmiergeld keine Prüfungen an der Uni ablegen kann. Im Endeffekt ist sie ein Produkt der frauenfeindlichen, sozial ungerechten Welt, in der sie aufgewachsen ist. Ich kann voll und ganz verstehen, warum sie, die sowieso viel Spaß am Sex hat, diesen Weg gewählt hat. Ich verstehe es auch bis zu einem gewissen Grad, dass sie Männer, die ihr "erliegen", finanziell ausnutzt. Letztendlich ist es ja ein Geben und Nehmen.

Es gab jedoch einige Dinge, die ich nicht nachvollziehen konnte. Sie schreibt selbst, dass sie schon als Teenager ein ganz schönes "Früchtchen" war. Diesen Eindruck hatte ich auch bis zuletzt. Auch privat liebt sie den Sex, sie liebt es zu verführen. Es stört sie nicht, wenn die Männer vergeben sind und sie eine Familie auseinanderreißt. Sie verfällt den Männern, mit denen sie eine Beziehung/Affäre hat, schnell und heftig, spricht sofort von Liebe. Jedoch beurteilt sie einen Mann vor allem nach drei Kriterien: Wie gut er im Bett ist, wie gut er ihr optisch gefällt, wie gut er für sie sorgen kann.

Aber ich glaube ihr, dass sie diese Männer auf ihre Weise wirklich liebt. Sonst hätte sie sich z. B. auch nicht so lange von ihrem Freund und gleichzeitig Zuhälter Eagle ausnutzen lassen, der nichts weiter tut, als sie zu Terminen zu fahren und ansonsten zu Hause die Eier schaukelt, ihr mächtig zusetzt, wenn sie nicht genügend Geld mit nach Hause bringt, sie selbst in ihrer kargen Freizeit nötigt, doch noch mehr zu arbeiten. Man denkt erst, sie bleibt aus Angst bei ihm, aber nein, sie will ihm gefallen, will mit ihm ein gutes Leben aufbauen, sie tut es aus Überzeugung.  

Was ich auch nicht so gut fand: Sie hat einen kleinen Sohn, tut alles, um ihm nicht dem Vater geben zu müssen, der ihrer Meinung nach nicht gut für ihn sorgen würde (moralisch gesehen, nicht finanziell). Als sie dann aber das Angebot erhält, mit Eagle nach Österreich zu gehen, um dort hoffentlich das große Geld zu machen, und sie keinen findet, zu dem sie den Sohn geben kann, bringt sie ihn doch zum Vater. Dort lebt er dann jahrelang (und vielleicht noch immer, das bleibt offen) und man erfährt nichts mehr über ihn. Sie erwähnt gelegentliche Besuche in einem beiläufigen Satz, aber wie es dem Kleinen geht und wie die Bindung zur Mutter aufrecht erhalten wird, darüber wird leider nichts berichtet. Ich weiß nicht, ob die Autorin ihren Sohn einfach aus der Geschichte heraushalten will oder ob er wirklich eine untergeordnete Rolle spielt. Man weiß nur, dass sie finanziell für ihn sorgt, mehr nicht. Es fällt sogar einmal die Anmerkung, dass sie mit Eagle ein weiteres Kind zeugen möchte, welches dann ebenfalls nach Bulgarien (zur Oma, die sich schon nicht um das erste Enkelkind kümmern wollte) gebracht werden soll, damit Magdalena weiterhin als Prostituierte in Deutschland arbeiten kann. Ein solches "Familienkonzept" mutet doch etwas seltsam an.

Auch dass sie ständig erwähnen muss, wie schön und schlank sie ist und wie hässlich und dick die anderen Frauen, hat etwas seltsam angemutet. Und dann lässt sie sich tatsächlich mit Mitte/Ende 20 von Kopf bis Fuß operieren, weil sie - ihrer Meinung nach - ein paar Kilo zu viel auf den Rippen hat. Natürlich ist Aussehen in diesem Business wichtig, aber das alles kam mir schon sehr übertrieben vor.

Zudem hatte das Buch für mich einige Längen und war manchmal etwas unübersichtlich, da die Autorin öfter mal zeitlich hin- und herspringt.

Alles in Allem liefert Magdalena Nirva einen intimen, tiefen Einblick in die Welt der Prostitution, der trotz meiner Kritikpunkte durchaus interessant und spannend ist. Wie es der Autorin heute geht, bleibt bewusst offen, da sie sich eine Fortsetzung vorbehalten möchte.

3 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an Magdalena Nirva für dieses Rezensionsexemplar!